|
sandor
Gast
|
 |
« am: August 16, 2004, 10:59:40 » |
|
Hallo Frois!
Habe ich zufällig gefunden und möchte es Euch nicht vorenthalten:http://www.borderlands.de/energy.reid.php3
--snipp--
Der Stein des Anstoßes... ...war in diesem Falle tatsächlich ein Stein - und zwar, wie ich inzwischen weiß, ein Calcit. Calcit, auch als Kalkspat bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral. Sein Formenreichtum ist wahrscheinlich der umfangreichste aller Minerale und reicht vom glasklaren Doppelspatkristall mit ungewöhnlichen optischen Eigenschaften über Marmor und Kreide bis zu Ablagerungen, die als Stalaktiten und Stalagmiten in Höhlen oder auch als Kalkbelag am Wasserhahn zu finden sind. Auch in der Biologie ist der Calcit kein Unbekannter: In Schneckengehäusen, Muscheln oder auch Knochen bildet er einen Hauptbestandteil. Die chemische Zusammensetzung ist dabei immer dieselbe: Kalziumkarbonat (CaCO3). In diesem Stein befand sich eine Ader, an der Marcus Reid eines Tages mit einem Messgerät versuchte, eine Spannung zu messen. Was er im Grunde nicht erwartet hatte: Er maß tatsächlich etwas - immerhin ganze 0,5 V. So in etwa sah der Beginn einer Entwicklung aus, deren heutiges Ergebnis die auf dem Bregenzer Kongress vorgestellte Kristallbatterie ist.
Noch ein Hinweis: Das Titelbild ist nicht, wie einige vermuteten, eine Darstellung des Experimentes mit dem Stein, sondern lediglich eine "künstlerische" Interpretation :-) Der im Bild zu sehende Stein ist kein Calcit, sondern ein Mischung verschiedener Quarzarten - hauptsächlich Amethyst.
-------------------------------------------------------------------------------- Grundlegender Aufbau Die Kristallbatterie besteht aus einem Aluminiumrohr, einer Mittelelektrode sowie einer kristallinen Masse, die sich in dem Raum zwischen der Wandung des Rohres und der Elektrode befindet. Das Bild links lässt diesen Aufbau recht gut erkennen. Das aktive Element ist dabei eben diese Masse. Marcus Reid sagt darüber, dass es sich "um ein speziell gewachsenes kristallines Material handelt", verrät aber nichts über dessen Zusammensetzung. Soweit ich es verstanden habe, wird die Masse in geschmolzenem Zustand in das vorbereitete Rohr mit der Elektrode eingefüllt und muss dann über einen Zeitraum von 3 Tagen erkalten, um die Kristallbildung zu gewährleisten. Der Prozess ist bei weitem noch nicht optimal, nur etwa jeder zehnte Versuch der Herstellung gelingt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist die fertige Kristallbatterie. Ein Exemplar, das auch auf dem Kongress in Bregenz zu sehen war, hatte einen Außendurchmesser von 35 mm und eine Länge von ca. 230 mm. Dieses Exemplar lieferte eine Spannung von 1,1V bei einem Strom von 10 mA. Zum Zeitpunkt des Kongresses war Marcus Reid bereits in der Lage, Exemplare mit der 14fachen Leistung herzustellen. Leider hat sich dieser Wert jedoch nach neuesten Informationen als nicht stabil reproduzierbar erwiesen.
-------------------------------------------------------------------------------- Eigenschaften Das oben beschriebene Exemplar entstand etwa Anfang Oktober 1999. Seit dieser Zeit wurde aus der Kristallbatterie ein kleiner Motor mit einer Leistung von 11mW gespeist (rechts im Bild). Zum Zeitpunkt der Vorführung waren das ca. 7 Monate Dauerbetrieb, ohne dass sich dabei die Spannung der Zelle verringert hätte. Nun ist das allein noch nicht erstaunlich - eine Alkali-Batterie vergleichbarer Größe käme auf dieselbe Leistung. Aber es gibt da noch weitere Merkwürdigkeiten: Ein Exemplar wurde für einige Tage kurzgeschlossen. Da der Innenwiderstand der Kristallbatterie relativ hoch ist, tritt keine Erwärmung auf, wie dies bei einer herkömmlichen Zelle der Fall wäre. Nach der Entfernung des Kurzschlusses dauerte es nur wenige Minuten und die Kristallbatterie hatte wieder ihre ursprüngliche Spannung und konnte auch den Strom von ca. 10mA wieder liefern. Ein weiterer bemerkenswerter Umstand ist die Temperaturabhängigkeit des Effektes: Die Spannung der Zelle, die bei 20 Grad Celsius 1,1 Volt bei 10 mA betrug, stieg bei Erwärmung auf 45 Grad Celsius auf ca. 2,75 Volt an, so dass über den bereits erwähnten Motor ein Strom von 25mA floss.
Nachdem mir Marcus Reid am 06.12.2000 per Mail einige weitere Einzelheiten zukommen lassen hat, möchte ich diese den Lesern natürlich nicht vorenthalten. Die Konverter sind bei Zimmertemperatur, wenn sie nicht elektrisch belastet werden, ca. 3 K wärmer als ihre Umgebung, geben also auch Energie in Form von Wärme ab. Bei Belastung sinkt diese Eigentemperatur um ca. 1 K ab. Der Versuch, den Konverter per Kurzschluss zu entladen, wurde auf einen Zeitraum von 6 Monaten ausgedehnt, trotzdem stellt sich die ursprüngliche Leistung innerhalb eines kurzen Zeitraumes wieder ein. Das am längsten laufende Exemplar war Anfang Dezember 2000 1 Jahr und 4 Monate im Dauerbetrieb. Innerhalb der ersten 5 Monate ging die ursprüngliche Leistung um 20% zurück, ist aber seit dem konstant. Weiterhin schrieb mir Marcus, dass es sich bei dem Effekt offenbar um ein Oberflächenphänomen handelt, denn die Leistung sei nicht vom Volumen abhängig. Letzter bemerkenswerter Umstand ist schliesslich ein schwaches, chaotisch fluktuierendes Magnetfeld, das den Konverter umgibt. Angaben zur Grössenordnung habe ich aber derzeit noch nicht.
-------------------------------------------------------------------------------- Die Funktionsweise Über die Funktionsweise der Kristallbatterie gibt es nur Vermutungen. Prof. Peter Heller von der Brandeis University in Boston, dem das Gerät vorgelegt wurde, fand keine Erklärung, ebenso wie auch einige andere Fachleute. Auf dem Bregenzer Kongress wurden in der Diskussion verschiedene Vermutungen laut, die von thermisch induzierter Piezospannung bis zur Festkörperelektrolyse reichten, aber es waren eben nur Vermutungen. Bleibt also nur abzuwarten, wie sich die Sache weiterentwickelt.
--snipp--
>Letzter bemerkenswerter Umstand ist schliesslich ein schwaches, chaotisch fluktuierendes Magnetfeld, das den Konverter umgibt. Angaben zur Grössenordnung habe >ich aber derzeit noch nicht.
Macht mich ein wenig nachdenklich. Sollten HHG nicht Ordnung schaffen?
Liebe Grüsse
Sandor
|